Neue Arbeit an alten Orten

Coworking & Coworkation

LEISESPUREN:

Experten sind sich einig: Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt ganz schön auf den Kopf gestellt. Was vor etlichen Jahren noch als fast undenkbar schien, ist inzwischen in vielen Branchen ausdrücklich erwünscht. Arbeiten von Zuhause aus oder gar aus dem Urlaub. Schlagworte wie Homeoffice, Coworking oder Coworkation sind immer öfter zu lesen und zu hören. Warum? Weil dahinter ungeahnte Potenziale stecken. Für Firmen, Mitarbeiter und für ländliche Regionen.

Die jüngste und bislang umfassendste Studie zum Thema Coworkation kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Arbeit und Urlaub zu verbinden, liegt im Trend. Die Untersuchung, die vom Verein Coworkation Alps, vom Institut für Tourismus und von der Marketingagentur St. Elmo’s ETI durchgeführt wurde, lässt keinen Zweifel: Vor allem bei jüngeren Menschen ist die Verbindung aus Coworking und Vacation (Zusammenarbeit und Urlaub) sehr beliebt. Immerhin zwei Drittel der gut 2.000 befragten Unternehmer, Personen und Entscheider können sich laut der Studie vorstellen, so etwas wie Coworkation ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzubieten.

Ein Paradigmenwechsel in der Arbeitswelt

Nach Ausfassung der Vorsitzenden von Coworkation Alps, Veronika Engel, sollten die Firmen das dringend beherzigen. Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel. „Junge und gut ausgebildete Menschen verlangen das immer häufiger“, so Engel. „Betriebe, die auf stur schalten und an genereller Präsenzpflicht festhalten, werden früher oder später ein Problem bekommen.“ Büro auf Berghütte klingt inzwischen offenbar für viele Menschen verlockender als Broterwerb im Betriebsraum. „Das ist ein Paradigmenwechsel“, stellt Verena Feyock von der Marketingagentur St. Elmo’s ETI fest. Deshalb sind nach Auffassung der Experten Unternehmen und Gemeinden gut beraten, sich mit diesem Thema eingehend zu beschäftigen.

 

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Große Chance für Regionen, Dörfer und Tourismus

Der Innervillgrater Unternehmer und Chef der Freizeitproduktionen, Christof Schett, verweist auf eine große Chance. Für eine neue Form des Tourismus in ganzen Regionen und Dörfern. „Gemeinden oder lokale Gruppen könnten leerstehende Gebäude sanieren und zu sogenannten Coworking-Spaces umbauen.“ Voraussetzung sind stabiles Internet, gute Ideen und die Freude am Austausch. Einige Regionen, vor allem im Norden Deutschlands, gehen mit gutem Beispiel voran und sind oft begeistert. Tobias Kremkau, Referent bei CorworkLand eG und ein gefragter Experte in Sachen Coworking: „In vom Aussterben bedrohte Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern etwa kehrt soziales und ökonomisches Leben zurück.“

Weil sich kreative Menschen engagieren und austauschen. Von außen Kommende mit der „Bevölkerung vor Ort“ und umgekehrt. Gäste mit den Einheimischen. „Die Expertise von Gästen und Gastgebenden besser vernetzen – auch das kann Coworkation leisten“, ist Coworkation Alps-Vorsitzende Veronika Engel überzeugt. Auch weil so viele unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden können. Pendler, Außerheimische, Urlaubsgäste, Firmen aus Nah und Fern, Selbständige, Kreative, Neugierige, Vermieter oder Touristiker.

Ein Vorzeigelocation in Sachen Coworking ist der Mesnerhof C in Steinberg am Rofan. "Bei uns kommen Teams von Adidas, BMW, Google-Germany bis hin zur Coaching-Agentur Zwischenraum – sie alle buchen den Mesnerhof C, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln",  meint der Haus- und Hofmanager Georg Gasteiger.

Infrastruktur auch für Einheimische

Vielleicht sind Coworkionists (das sind die, die Urlaub und Arbeit verbinden) gerade in der wenig gebuchten Nebensaison an einem Aufenthalt interessiert. Und weil’s so schön war kommen sie mit Familie im Sommer wieder. Als reguläre nicht arbeitende Urlauber. Zudem konsumieren Coworkionists und kaufen in den örtlichen Betrieben ein. Beim Bäcker, beim Metzger und ein Souvenir beim Holzschnitzer. Oder sie gehen abends in den Gasthof und essen typisch regionale Speisen. Und warum soll etwa ein Einheimischer nicht auch die Infrastruktur eines Coworking-Spaces nutzen? So hätte der Internetanschluss im alten und hübsch saniertenBauernhaus alle Chancen, zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung zu werden. „Da kriegt man oft die besten Ideen und Anregungen“, sagt Christof Schett von den Freizeitproduktionen aus eigener Erfahrung. „Die neue vernetzte Welt hilft vielleicht dabei, sie ein Stückchen besser zu machen.“

Begriffserklärung: Was ist Coworkation?

Coworkationn setzt sich zusammen aus den Wörtern Co- für die Community bzw. Gemeinschaft, Work- für die Arbeit und –ation für vacation/Urlaub oder Ferien. 

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